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Bipolare Störung

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Die folgende Zusammenstellung basiert auf Informationen des Aktionsbündnis Seelische Gesundheit. Das Aktionsbündnis mit Sitz in Berlin stellt diese Informationen als Teil ihrer Aufklärungsarbeit auf ihrer Internetseite zur Verfügung. Der Text bietet einen umfassenden Überblick über das Krankheitsbild, der sowohl für Betroffene als auch für Angehörige und Interessierte wichtige Grundlagen vermittelt. Die Informationen wurden vom BBuD strukturiert aufbereitet, Sie beziehen sich auf die Internetseite des Aktionsbündnis, dessen Mitglied wir sind. Sie umfassen die grundlegende Definition der Störung, aktuelle Zahlen zur Häufigkeit, die wichtigsten Symptome sowie Behandlungsmöglichkeiten. Ergänzt wird die Zusammenstellung durch eine Liste weiterführender Anlaufstellen und Kontaktmöglichkeiten für zusätzliche Unterstützung und Beratung. Es ist auch wichtig zu beachten, dass diese Informationen nur als Informationsquelle dienen soll und nicht als Ersatz für professionelle medizinische Beratung oder Behandlung.

1. Definition

Bipolare Störungen gehören zu den schweren psychischen Erkrankungen, die durch gegensätzliche (bipolare) Episoden gekennzeichnet sind. Hierbei schwanken Betroffene zwischen grenzenloser Euphorie und totaler Niedergeschlagenheit. Von der psychischen Störung sind in Deutschland etwa eine Million Erwachsene betroffen, wobei Männer und Frauen gleich häufig erkranken. Bei den meisten Patienten tritt die erste Krankheitsepisode um das 18. Lebensjahr herum auf. Allerdings wird das Leiden oft erst viel später erkannt. Wissenschaftler haben bisher noch keine eindeutige Ursache gefunden. Vermutlich spielen bei der Entstehung verschiedene Faktoren eine Rolle. Vieles spricht dafür, dass es sich bei der bipolaren Störung um eine Hirnerkrankung handelt. So deuten Untersuchungen darauf hin, dass bei Betroffenen der Hirn-Stoffwechsel und bestimmte Hirn-Botenstoffe abnormal funktionieren. Zudem kann die Anfälligkeit für die Erkrankung vererbt werden. Nicht zuletzt können äußere Faktoren wie anhaltender Stress oder eine traumatische Erfahrung die Entstehung der Krankheit begünstigen.

2. Verbreitung

In Deutschland sind etwa eine Million Erwachsene betroffen, wobei Männer und Frauen gleich häufig erkranken.

3. Diagnosekriterien

Oft ist eine Diagnose erst dann möglich, wenn bereits beide Stimmungsextreme beobachtet wurden. Eine bipolare Störung kann bei jedem Patienten anders verlaufen. Wichtig ist daher eine gründliche Untersuchung. Oft ist eine Diagnose erst dann möglich, wenn bereits beide Stimmungsextreme beobachtet wurden. Der Psychiater wird mit dem Patienten ausführliche Gespräche führen, um typische Symptome für eine bipolare Störung zu finden. Eine zusätzliche körperliche Untersuchung dient dazu, andere Erkrankungen mit ähnlichen Anzeichen auszuschließen.

3.1 Manische Phase

Typische Anzeichen einer manischen Phase sind: Der Betroffene fühlt sich voller Energie, obwohl er meist nur 4–5 Stunden schläft. Die Stimmung ist gehoben, oftmals aber auch sehr gereizt. Der Betroffene redet wie ein Wasserfall, ist sprunghaft und unkonzentriert. Er kennt keine Grenzen, überschätzt sich selbst und zeigt Anzeichen von Größenwahn.

3.2 Depressive Phase

Mögliche Symptome einer depressiven Phase sind: Die Betroffenen sind energie- und antriebslos, fühlen sich unfähig und wertlos. Sie ziehen sich zurück, verlieren ihr Interesse und können sich zu nichts mehr aufraffen. Häufig empfinden sie einfach gar nichts. Im schlimmsten Fall treten Suizidgedanken auf.

4. Behandlungsoptionen

Die bipolare Störung ist eine chronische Erkrankung und erfordert daher eine lebenslange Behandlung. Je früher Betroffene einen Psychiater aufsuchen, desto besser kann ihnen geholfen werden. Dank moderner Behandlungsmethoden ist es heutzutage möglich, die Symptome wirkungsvoll zu bekämpfen und den Verlauf deutlich zu verbessern. Bei der Therapie werden meist verschiedene Methoden kombiniert. Ziel ist es, aktuelle Beschwerden zu lindern und zukünftigen Symptomen vorzubeugen. Richtig behandelt können die Patienten ein annährend normales Leben führen.

4.1 Medikamentöse Behandlung

Bei einer bipolaren Störung können die Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Daher sollte die Medikation immer individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt werden. Infrage kommen hauptsächlich drei Gruppen von Medikamenten: Stimmungsstabilisierer, Antidepressiva und atypische Antipsychotika. Diese Medikamente wirken auf das zentrale Nervensystem und beeinflussen psychische Funktionen. Allerdings dauert es einige Wochen, bis sie ihre volle Wirkung entfalten.

4.2 Psychotherapeutische Verfahren

Sie stellen meist eine wirkungsvolle Ergänzung zur medikamentösen Therapie dar. Hierdurch lernt der Betroffene, mit seiner Erkrankung umzugehen, den Alltag und belastende Ereignisse leichter zu bewältigen sowie seine zwischenmenschlichen Beziehungen zu verbessern. Je nach Patient und Krankheitsbild eignen sich bei bipolaren Erkrankungen verschiedene psychotherapeutische Verfahren. Als besonders wirksam haben sich die kognitive Verhaltenstherapie, Familientherapien und die soziale Rhythmustherapie erwiesen.

5. Weiterführende fachliche Informationen

– Generation PSY
– Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e. V.
– S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen
– S3-Leitlinie Unipolare Depression
– Psychenet

6. Hilfe und Unterstützung

TelefonSeelsorge 0800 1110111

0800 - 111 0 111

TELEFONSEELSORGE

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