Sandra Preiß

Ehrenamtlerin des Monats März 2024: Sandra Preiß

Zur Ehrenamtlerin des Monats hat der Bundesverband Burnout und Depression e.V. Sandra Preiß ernannt und sie entsprechend mit einer Urkunde ausgezeichnet und gewürdigt. Wir danken unserer engagierten Mitarbeiterin Sandra für ihren unermüdlichen Einsatz als Moderatorin in unserer Selbsthilfegruppe „Anderes Burnout Café“ (ABC) und haben ihr einige Fragen zu ihren Beweggründen, zu ihrer eigenen Lebensgeschichte und zu ihren Erfahrungen im BBuD gestellt:

Was hat Dich dazu motiviert, Dich ehrenamtlich bei uns zu engagieren?

Zunächst war ich Teilnehmerin beim ABC in Neuss, auf das ich nach meiner Ausbildung zum Personal- und Business-Coach aufmerksam gemacht wurde. Das Konzept hat mich direkt überzeugt: Die Mischung aus einem Thema für den Abend und zusätzlich Raum für eigene Anliegen, die mit den anderen Teilnehmenden besprochen werden können, fand ich sehr gelungen und gut von den Coaches umgesetzt. Als dann ein Co-Moderator für das ABC in Köln gesucht wurde, habe ich diese Aufgabe gern übernommen und konnte mich mit der Unterstützung der Moderatorin und einem langjährigen Teilnehmer gut einarbeiten. 

Welche positiven Erfahrungen hast Du bisher in Deinem Ehrenamt gemacht und wie haben diese dein Engagement beeinflusst?

Häufig ist das ABC für Betroffene die einzige Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und sich verstanden zu fühlen. Wenn nach einer kurzen Aufwärmphase das Gespräch lebhaft wird und sich die Teilnehmenden untereinander hilfreiche Tipps geben, freue ich mich über diesen Austausch und das, was sie an neuen Denkanstößen mitnehmen. Meine Lieblingsaussage einer Teilnehmerin ist: „Auch wenn ich denke, dass das heutige Thema nichts für mich ist, nehme ich erstaunlicherweise immer was für mich mit, über das ich in den nächsten Tagen noch nachdenke, das ist wie ein Kauknochen“. Das hat mein Engagement insofern beeinflusst, dass ich versuche, die Teilnehmenden anzuregen, auch in den Tagen nach dem Treffen ihre Themen des Abends erneut zu überdenken. 

Wie hat Deine Tätigkeit im Ehrenamt dazu beigetragen, die Gemeinschaft oder das Projekt, für das Du Dich einsetzt, zu verbessern?

In meinem persönlichen und beruflichen Umfeld sensibilisiere ich für das Thema Burnout und versuche im Gespräch, die Vorurteile gegenüber psychischen Erkrankungen abzubauen. Darüber hinaus ist der Austausch mit den Moderatorinnen und Moderatoren der andern ABCs eine gute Gelegenheit, die Erfahrungen aus den ABCs, die ich moderiert habe, mit anderen zu teilen. Umgekehrt profitiere ich ebenfalls davon, dass Moderatorinnen und Moderatoren ihre Ideen und Vorgehensweisen in den Treffen vorstellen. 

Welche Fähigkeiten oder Eigenschaften sind Deiner Meinung nach besonders wichtig, um effektiv die Aufgabe in Deinem Ehrenamt gestalten zu können?

Es sollte Interesse an Menschen, deren Geschichte und Empathie vorhanden sein. Gleichzeitig ist es aus meiner Sicht wichtig, in der Interaktion zurückhaltend zu sein, um die Betroffenen einerseits nicht zu überfordern und andererseits die konkreten Maßnahmen den Profis der therapeutischen Berufe zu überlassen. Gute Antennen für die aktuelle Situation jedes Einzelnen und Mitgefühl sind ebenfalls hilfreich.

Wie hat Dein ehrenamtliches Engagement bei uns Dein persönliches Wachstum oder Deine berufliche Entwicklung beeinflusst? 

Anhand der unterschiedlichen Schilderungen der Betroffenen habe ich gelernt, besser auf mich und meine Grenzen zu achten und resilienter zu werden. Dazu reflektiere ich, wenn ich mich unwohl fühle, mein Verhalten und meine Gedanken dahingehend, ob falsche Glaubenssätze der Auslöser dafür sein könnten. In den ABCs werden immer wieder die Bereiche inneres Erleben und persönliche Grenzen thematisiert, da diese eine große Rolle beim Erleiden oder Vermeiden eines Burnouts spielen.

Liebe Sandra, danke für Deine offenen und beachtenswerten Antworten – und Glückwunsch zu Deiner Ehrung!

Kontakt zum Projekt-Verantwortlichen Georg Graf unter gg@bvbud.de