10-Punkte-Plan um die mentale Gesundheit an Deutschlands Schulen zu stärken
„Das ist ein Notruf.
Kein Land der Welt kann es sich leisten, den eigenen Nachwuchs zu vergessen.“
Klare Worte von der Bundesschülerkonferenz in deren Pressemitteilung vom 30. Oktober. Im Rahmen der Kampagne „Uns geht’s gut?“ präsentierte die Bundesschülerkonferenz ihren Call-to-Action. Im Fokus stand dabei ein 10-Punkte-Plan mit Forderungen an die deutsche Politik:
- Mehr Personal in Schulsozialarbeit und im schulpsychologischen Dienst
- Bessere Schulstrukturen: individuelle Förderung, mehr Pausen, Entlastung der Lehrkräfte, gute Ganztagsmodelle
- Förderung von Medienkompetenz in allen Unterrichtsfächern
- Mentale Gesundheit als Querschnittsaufgabe für alle Schularten und Unterrichtsfächer
- Fortbildungen, die Lehrkräfte und pädagogisches Personal befähigen, sich den Herausforderungen psychischer Belastungen zu stellen
- Gesundheitsförderung als Teil der Schulkultur etablieren mit Strategien zur Prävention und Früherkennung von psychischen und physischen Krankheiten (z.B. Angebote für mehr Bewegung, gesunde Ernährung und Einsatz schulgerechter digitaler Tools zur Unterstützung von mentaler Gesundheit)
- Verbindliche Schutzkonzepte gegen Mobbing und Diskriminierung
- Vermittlung von Schlüsselkompetenzen wie Selbstregulation und Stressbewältigung im Unterricht und in außerunterrichtlichen Angeboten
- Schulbauten mit Rückzugsräumen, guter Akustik, viel Licht und ausreichend Platz
- Umfassende Begleitung, Unterstützung und Nachteilsvermeidung für Kinder und Jugendliche mit Behinderung sowie für junge Menschen in risikobehafteten Lebenssituationen
Der BBuD unterstützt diesen Call-to-Action – die Stimmen junger Menschen müssen von der Politik gehört werden. Und es müssen auch klare Zeichen gesetzt werden, dass nicht nur zugehört wird, sondern auch gehandelt. Dadurch fördern wir langfristig einen offeneren Umgang mit psychischer Gesundheit in allen Bereichen unserer Gesellschaft.
Eine Krise der mentalen Gesundheit
Von allen Seiten prasseln Druck, Sorgen, und sogar globale Krisen auf uns ein – mit dem Smartphone oft nur einen Klick entfernt. Und junge Menschen sind hier nicht ausgenommen. Durch den Call-to-Action der Bundesschülerkonferenz berichteten gleich mehrere Kanäle (tagesschau, SWR, Deutsches Ärzteblatt, Detusches Schulportal, etc.) über den Ernst der aktuellen Lage, sowie die potentiellen Auswirkungen anhaltender Untätigkeit.
„Im Moment interessiert sich aber die Politik nicht für unsere Zukunft. Es wird mit der jungen Generation nicht ernsthaft gerechnet. So als bräuchte man sie nicht.“
— Nina Großmann, Vorsitzende des Landesverbandes Schulpsychologie (BW)
Berichtet wird vor allem, dass bereits 21% der deutschen Schüler*Innen sich psychisch belastet fühlen. Dazu gehören Angststörungen, Depressionen, Selbstverletzungen und Essstörungen. Zusätzlich leiden rund ein Drittel der Jugendlichen unter Einsamkeit. Laut der Bildungsexpertin Nicole Gohlke (Die Linke) sei die mentale Gesundheit an Schulen aber „leider immer noch ein Randthema.“
Nicht zuletzt können psychische Probleme im jungen Alter zu Lernschwierigkeiten führen sowie langfristige Einschränkungen hervorrufen – was mitunter auch schwere Folgen für die Wirtschaft mit sich bringt. Dieter Dohmen, Direktor am Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie, zeigt dennoch wenig Optimismus: „Die finanzielle Lage von Bund, Ländern und Kommunen aber auch der Personalmangel in allen Bereichen des Schul- und Bildungssystems sowie die damit verbundenen hohen Belastungen lassen nicht erwarten, dass hier wirklich viel passiert. Es wird sehr stark auf andere Stakeholder wie Stiftungen, Krankenkassen etc. ankommen.“
Hoffnung für und in den deutschen Nachwuchs!
„Meine Generation ist eine Generation von Menschen, die Bock haben.
Die was verändern wollen.“
— Quentin Gärtner, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz
Der Call-to-Action der Bundesschülerkonferenz berichtet, dass psychische Erkrankungen bereits 63 Milliarden Euro an Kosten im Gesundheitswesen verursachen. „Es lohnt sich, in uns zu investieren„, heißt es daher.
Der 10-Punkte-Plan der Bundesschülerkonferenz kann sicherstellen, dass mentale Gesundheit unter Schüler*Innen offen angesprochen, und effektiv dagegen vorgegangen werden kann. Es ist völlig klar, dass der richtige Umgang mit diesen Themen aktiv gelernt werden muss. Und mit den richtigen Tools – und der nötigen Unterstützung – können derartige Kompetenzen in Deutschlands Schulen vermittelt und gelebt werden. Dadurch stärken wir die Gesellschaft, damit junge Menschen auch voller Hoffnung in die Zukunft blicken können.


