Wenn der zweite Herzschlag fehlt

Ab jetzt jeden Monat ein Kapitel, ein Teil der Geschichte. Bleib dran, folge der Geschichte und hab den Mut, deine eigene zu erzählen. Diese Geschichte wird dir zeigen, wie es anderen ergeht, und dich dazu anleiten, deine eigene Story zu erzählen.

Vorwort
Diese Geschichte handelt von Gefühlen, Gedanken, Emotionen, Liebe und Enttäuschung. Von Erfahrungen und Hoffnungen. Doch die Geschichte soll kein Mitleid erwecken, sie soll zum Nachdenken anregen, dazu, seine eigenen Denkweisen zu überdenken.

Prolog
3:00 Uhr morgens. Wieder lag er wach im Bett, wie fast jede Nacht in der letzten Zeit.
Seine Gedanken drehten sich wie immer um die ganzen Probleme und Sorgen, die er hatte.
Bereits seit geraumer Zeit überlegte er, seine Probleme zu Papier zu bringen.
Heute war es so weit. Er war aufgewühlt, an Schlaf war nicht mehr zu denken.
Er setzte sich an den PC und überlegte einen kurzen Moment, es doch sein zu lassen, aber ihm war klar, dass es ihn so lange verfolgen würde, bis er es endlich niedergeschrieben hatte.

Kapitel 1
Blackout

Es war verrückt: Kaum berührte er die erste Taste, war alles weg. Die ganze Story, die er sich seit Tagen überlegt hatte, die ganzen perfekten Formulierungen – fort. Sein Kopf war nur noch ein leeres Gewölbe.
Da saß er nun voller Tatendrang, wie ein Formel-Eins-Rennwagen ohne Räder, blockiert durch sich selbst.
Klar, die ganzen Erlebnisse, Erfahrungen und Ängste waren noch da.
Aber ungeordnet, wie lose Legosteine auf einen Haufen geschmissen. Sein Gehirn hatte die Formatierung verloren.
Seine Gedanken kreisten um die Frage, es zu verschieben oder sogar ganz aufzugeben.
Doch da war dieser eine Satz, der wie ein Blitz in seinem Kopf umherschoss und ihn nicht zur Ruhe kommen ließ.
Ein Satz, der wäre er in einem anderen Zusammenhang gefallen – sogar positiv gewesen wäre.
Doch das war er nicht. Er klang harmlos, aber in der Situation, in der er ihn traf, war es wie ein Schlag in die Magengrube, ja fast schon wie eine Kastration.

Damals saß er bei einer Psychologin, hatte schwere Depressionen. Einer der Hauptgründe war seine erfolglosen Versuche, sein Single-Dasein zu beenden.
Er hatte nicht einmal das Problem, Frauen kennenzulernen, doch sahen ihn diese meist als Kumpel und nicht als potenziellen Partner.
Die Psychologin hörte ihm zu, nickte immer wieder verständnisvoll und zustimmend, ließ ihn sein ganzes Leid erzählen. Als er fertig war, ein kurzer Moment der Stille. Sie lächelte und dann kam dieser Satz, der so harmlos klang, aber für ihn unendlich schmerzhaft war: „Du bist zu nett.“

Klar, wer kennt nicht den Satz, dass Mädels immer den Bad Boy wollen.
Und nun war er zu nett, das bei seiner Vergangenheit.
Er hatte ihr doch alles erzählt. Wie konnte sie ihn dann noch nett, sogar zu nett finden

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