Unsere stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Lea Seibt, war zu Gast bei Nicolas Doster und sprach mit ihm in seinem Podcast „Lasst uns über Depressionen sprechen“ über die Angebote des BBuD. Ein besonderer Fokus des Gesprächs liegt auf unseren lösungsorientierten Selbsthilfegruppen, den ABCs. Ein Konzept, das sich immer wieder bewährt, und von dem Lea und Nicolas gleichermaßen überzeugt sind.
Selbsthilfe mit einem lösungsorientierten Ansatz
Unsere Selbsthilfegruppen heißen „Andere Burnout Cafés“, kurz ABCs. Im Gegensatz zum klassischen Selbsthilfeansatz geht es in den geführten Gruppen neben dem Austausch auch darum, neue Perspektiven einzunehmen und unterschiedliche Bewältigungsstrategien auszuprobieren. Im Mittelpunkt steht dabei die Stärkung der Selbstwirksamkeit.
Unsere ModeratorInnen geben dem Austausch mit Gesprächsimpulsen einen Rahmen und begleiten die TeilnehmerInnen durch die Treffen. Auch praktische Übungen und Tipps für den Alltag können dabei entstehen. Nicolas Doster kennt den Ansatz aus eigener Erfahrung: Er hat selbst eine Selbsthilfegruppe geleitet und dabei gute Erfahrungen mit einer lösungsorientierten Moderation gemacht. Eine Anleitung und ein klarer Rahmen können seiner Erfahrung nach dabei helfen, den Austausch gezielt zu gestalten.
Der BBuD bietet die ABCs bereits seit 13 Jahren an. In dieser Zeit haben sich verschiedene Prozesse und Materialien entwickelt und bewährt. Dazu gehören Gesprächsleitfäden, Übungen und ein Themenpool, der regelmäßig überarbeitet und weiterentwickelt wird. Die Materialien dienen den ModeratorInnen als Unterstützung bei der Gestaltung der Gruppen. Neben dem Onboarding gibt es außerdem die Moderatorensprechstunde, die Raum für Austausch und Reflexion bietet. Die ABCs finden sowohl vor Ort als auch online statt. Darüber hinaus gibt es verschiedene Sondergruppen, zum Beispiel ein englischsprachiges ABC, ein ABC für Männer oder ein Angebot für Alleinerziehende. Eine Übersicht über die verschiedenen Selbsthilfeangebote findest du hier.
Neue Gruppen, neue ModeratorInnen
Selbsthilfegruppen können jederzeit gegründet werden. Durch die zunehmende Bekanntheit des BBuD wenden sich auch immer mehr Menschen direkt an den Verband, die sich als ModeratorInnen engagieren möchten. Häufig bringen sie eigene Erfahrungen mit Burnout oder Depressionen mit. Auch Lea hat in der Vergangenheit eine Gruppe moderiert und den Austausch als wertvoll für sich selbst erlebt. Wer ein ABC moderieren oder eine neue Gruppe gründen möchte, erhält dabei Unterstützung und Anleitung durch den BBuD. Wenn neue Standorte erschlossen werden sollen, schreibt der Verband zudem gezielt ModeratorInnen-Stellen aus.
Selbsthilfe als wichtige Unterstützung
Mit Blick auf die angespannte Versorgungslage bei Therapieplätzen und den gleichzeitig zunehmenden Bedarf sind Selbsthilfegruppen ein wichtiges Angebot. Sie können Menschen unterstützen und sowohl ergänzend zu einer Therapie als auch als Überbrückung während der Wartezeit auf einen Therapieplatz genutzt werden. Die Angebote des BBuD stehen dabei allen Interessierten offen – unabhängig davon, ob eine Diagnose vorliegt oder jemand selbst betroffen ist. Auch Angehörige können in der Selbsthilfe Unterstützung und Austausch finden. Denn Selbsthilfe kann vermitteln: Ich bin nicht allein. Sie schafft Räume für Austausch, Verständnis und gegenseitige Unterstützung und leistet damit auch einen wichtigen Beitrag zur Entstigmatisierung psychischer Gesundheit.
Psychische Gesundheit sichtbar machen
Der BBuD setzt sich nicht nur für direkte Unterstützung und Austausch ein, sondern möchte Themen rund um psychische Gesundheit auch stärker in Gesellschaft und Politik verankern. Mit der Aktion „Parlamentarier tragen die grüne Schleife!“ bringt der Verband gemeinsam mit den Schleifen des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit das Thema in die Landtage. PolitikerInnen werden über Burnout und Depressionen informiert und dafür sensibilisiert, psychische Gesundheit stärker in den Fokus ihrer Arbeit zu nehmen.
Auch digital entwickelt der BBuD seine Angebote weiter. Mit der neuen App BBuD_Connect können sich Interessierte über Veranstaltungen und Netzwerkmöglichkeiten informieren und sich unkompliziert für ABC-Gruppen anmelden. Gleichzeitig arbeitet eine Gruppe Ehrenamtlicher daran, die Lösungsorientierte Empathische Navigations-Assistentin – kurz LENA – ins Leben zu rufen. Dank der Förderung durch die Krankenkassen soll die KI Betroffenen und Angehörigen rund um die Uhr als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen.
Ein Podcast, viele Perspektiven
Auch Nicolas Doster beschäftigt sich intensiv mit den Themen Depression, Burnout und psychische Gesundheit. Neben seinem Podcast „Lasst uns über Depressionen sprechen“ hat er Bücher und begleitende Materialien zum Thema Depression veröffentlicht. In seinem Buch Dein Weg aus der Depression – Raus aus dem Funktionsmodus setzt er sich mit dem Umgang mit Depressionen auseinander und gibt Impulse für den eigenen Weg.
Vier TeilnehmerInnen unserer Selbsthilfegruppen durften sich im Anschluss an das Gespräch außerdem über jeweils ein Exemplar seines Buches freuen, das Nicolas Doster für eine Verlosung zur Verfügung gestellt hat.
Wer sich näher mit seinen Büchern und weiteren Angeboten beschäftigen möchte, findet auf seiner Webseite weitere Informationen. Auch der Podcast ist über verschiedene Podcast-Anbieter verfügbar und bietet neben persönlichen Erfahrungen Gespräche mit Fachleuten sowie alltagsnahe Impulse rund um das Thema Depression. Neugierig geworden? Dann hört gerne in die Podcastfolge mit Lea Seibt hinein und erfahrt mehr über die Arbeit des BBuD und unsere Angebote.


