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Neuss, 5. Juni 2026
Austausch, Vernetzung und persönliche Einblicke auf einer der wichtigsten Veranstaltungen zur psychischen Gesundheit in Deutschland
Der Bundesverband Burnout und Depression e. V. (BBuD) war am 30. Mai 2026 auf dem Deutschen Patientenkongress Depression in Frankfurt am Main vertreten. Die von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention organisierte Veranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Motto „Wir sind jeder Sechste“ und gilt als deutschlandweit einzigartige Plattform für Menschen mit Depressionen, ihre Angehörigen sowie Fachleute aus dem Gesundheits- und Sozialwesen. Rund 1.300 Teilnehmende kamen in der Alten Oper Frankfurt zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen, Unterstützungsangebote und Wege im Umgang mit psychischen Erkrankungen auszutauschen.
Für den BBuD stand insbesondere der Austausch mit anderen Institutionen, Initiativen und Akteuren der psychosozialen Versorgung im Mittelpunkt. Die Vertreterinnen und Vertreter des Verbands nutzten die Gelegenheit, bestehende Kontakte zu vertiefen, neue Kooperationen anzubahnen und sich über aktuelle Herausforderungen in der Versorgung von Menschen mit Depressionen und Burnout auszutauschen.
Ein besonderer Höhepunkt für den Verband war die Beteiligung an der angemeldeten Kundgebung des Fellows Ride. Die bundesweit bekannte Motorraddemonstration setzt sich für die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen ein und macht auf die Situation von Menschen mit Depressionen aufmerksam. Im Rahmen der Veranstaltung erhielt der BBuD, initiiert durch das Mitglied der beiden Initiativen, Sarah Gschwind, die Möglichkeit, seine Arbeit und seine Unterstützungsangebote einem breiten Publikum vorzustellen. Aus dem Verbandsvorstand sprachen Lea Seibt und Frank Mercier über die vielfältigen Selbsthilfeangebote des BBuD. Neben Informationen zu den bundesweiten ABC-Gruppen („Anderes Burnout Café“), Online-Angeboten und weiteren Projekten teilte Mercier auch persönliche Erfahrungen: die Geschichte der psychischen Krisen, Überforderung und den Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Die authentischen Einblicke berührten viele Zuhörerinnen und Zuhörer und machten deutlich, wie wichtig Offenheit, Austausch und gegenseitige Unterstützung für den Umgang mit psychischen Erkrankungen sind.
Das Kongressprogramm fasste unter anderem Unterstützungs- und Behandlungsmöglichkeiten, psychische Erkrankungen im generativen Austausch sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der psychischen Gesundheitsversorgung auf. Dabei zeigten Beiträge prominenter Gäste, dass es alle treffen kann. Der frühere Radprofi Jan Ullrich und der ehemalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg berichteten über ihre Erlebnisse und Ursachen von Depression, den unterschiedlichen gesellschaftlichen Umgang damit und die Bedeutung von Unterstützungsangeboten. Der Schirmherr der Stiftung und Moderator des Kongresses, Harald Schmidt, verlieh dem Tag immer wieder Leichtigkeit und drückte schließlich seine Hochachtung für das Engagement der Beteiligten aus. Oft erlebe er Klagen und die Haltung, dass etwas nicht möglich sei. „Hier wird einfach gemacht“, resümiert der Fernsehmoderator und Entertainer.
„Veranstaltungen wie der Patientenkongress schaffen Sichtbarkeit für psychische Erkrankungen und zeigen zugleich, wie wichtig niedrigschwellige Unterstützungsangebote sind“, resümiert Lea Seibt.
Depressionen gehören nach Angststörungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. Im Jahr 2024 waren rund 9,5 Millionen Menschen von Depressionen betroffen (Gesundheitsatlas Deutschland, AOK 2024). Die Zahl der Erkrankten steigt stetig.
Der Deutsche Patientenkongress Depression zählt zu den größten Veranstaltungen für Betroffene und Angehörige im deutschsprachigen Raum. Für den BBuD bot die Teilnahme die Möglichkeit, die Perspektive von Menschen mit Burnout und Depression in aktuelle Diskussionen einzubringen und die Bedeutung von Selbsthilfe als festem Bestandteil der psychosozialen Versorgung sichtbar zu machen. Angesichts von Millionen Betroffenen in Deutschland und weiterhin langen Wartezeiten auf professionelle Unterstützung wurde auf dem Kongress erneut deutlich, welche wichtige Rolle Selbsthilfeorganisationen einnehmen. Der BBuD wird diesen Weg auch künftig aktiv mitgestalten und sich dafür einsetzen, dass Betroffene und Angehörige Zugang zu Unterstützung finden.
Hintergrund: In Deutschland haben bereits drei Prozent der Bevölkerung zumindest einmal im Leben die Diagnose eines sogenannten „Burnouts“ erhalten. Dieses Syndrom bezeichnet einen Erschöpfungszustand, welcher sich in verschiedenen Phasen von der Überlastung und Überforderung bis zum mentalen Zusammenbruch äußern kann, vor allem Berufsleben und soziale Kontakte betrifft und insbesondere psychosomatische Beschwerden auslöst. Hingegen erlitten mindestens 9,5 Millionen Deutsche bereits eine ernstzunehmende depressive Episode, die als schwere psychiatrische Erkrankung anzusehen ist und sich in Perspektivlosigkeit, Freudlosigkeit, Traurigkeit über beträchtliche Körpererscheinungen und einem massiven Rückzug aus dem persönlichen Umfeld ausdrückt. Beide Krankheitsbilder sind allerdings der Psychotherapie und medikamentösen Behandlungsansätzen zugänglich. Daneben helfen niederschwellige Maßnahmen wie Entspannungstraining, Lichttherapie, Selbsthilfemaßnahmen, Sozialberatung oder Coaching.
Der Bundesverband Burnout und Depression e. V. ist die bundesweite Selbsthilfeorganisation für Menschen mit stressinduzierten Problembildern wie Burnout oder Depression. Seine Mitglieder sind eigens betroffen und wollen ermutigen, selbst wieder aktiv zu werden und für sich und andere Erkrankte Verantwortung zu übernehmen.
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